Das Wunder der Klapperschlange

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Ich wünschte, wir hätten die Klapperschlange am Leben lassen. Aber meine Angst schien für eine kurze Zeit vollkommen unkontrollierbar. Ich habe versucht, meine Angst zu meistern, aber genau diese Annahme, dass ich sie meistern müsse, hat die Macht der Angst nur um so mehr bekräftigt. Ich hätte es besser wissen sollen. Ich hätte mich daran erinnern können, dass die wahre Lösung in meinem Konflikt über die Klapperschlange voll und ganz auf der Meisterung durch Liebe bestand. Stattdessen habe ich an die Macht dessen geglaubt, was gar nicht existierte. Aber zurück zum Anfang.

Ich sitze auf meinem Sessel im Wohnzimmer und lausche meinem derzeitigen Lieblinssong „Forever“ von der Band Amber Pacific. Mein Mitbewohner Paul kommt von der Terrasse ins Wohnzimmer und macht es sich in seinem Lieblingssessel gemütlich. Plötzlich ist da ein Geräusch, was ich nicht sofort einordnen kann. Ich schaue auf, mein Freund Paul sieht zu mir hinüber und fragt mich, was für ein Geräusch das ist. Aus meinem Mund kommen die Worte: „Das ist eine Klapperschlange“. Ich habe keine Ahnung, warum ich das sage, weil ich noch nie eine Klapperschlagen gehört, geschweige denn eine gesehen habe. Paul glaubt, dass es ein Insekt ist.

Wir beide widmen uns wieder dem, was uns beschäftigt hat, bevor wir das Geräusch hörten, denn inzwischen ist es verstummt. Trotzdem beschäftigt mich der Gedanke und da taucht das Geräusch wieder auf. Dieses Mal ist es um einiges lauter. Es hört sich nach einem elektrischen Gerät an. Paul steht auf, um nach der Ursache zu suchen und läuft um den Wohnzimmertisch herum. Auch ich mache mich auf die Suche nach der Geräuschquelle.

Und dann sehe ich unter dem Wohnzimmertisch etwas Dunkles, dessen Gestalt ich zunächst nicht ausmachen kann. Was ich aber dann klar erkenne, ist die Schwanzspitze einer Klapperschlange. Als Nächstes mache ich wohl das Peinlichste, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe; ich springe auf einen Stuhl! Ansonsten bin ich eher furchtlos und ich wundere mich nur über mich selbst. Ich scheine nicht mehr ich selbst zu sein. Ich reagiere vollkommen untypisch für mich. Die Klapperschlange jagt mir einen Haiden Schreck ein, so denke ich jedenfalls.

Paul tritt vorsichtig einen Schritt zurück, weil sein Fuß sich in 10cm Abstand von dem Kopf der Klapperschlange befindet. Er sagt mir, wie dankbar er mir ist, weil ich gesagt habe, dass es eine Klapperschlange ist, denn er war kurz davor, nach dem Gegenstand unter dem Tisch zu greifen. Er holt eine Schaufel und schlägt der Klapperschlange den Kopf ab. Ich bin vor Angst mehr oder weniger gelähmt. Gleichzeitig beobachte ich fasziniert von einer höheren Warte heraus, wie mein Verstand mit dem Bild einer Klapperschlange total verrückt spielt.

Tatsächlich ist diese Schlange überaus freundlich und zuvorkommend gewesen. Sie hat ein so extrem lautes Geräusch gemacht, um uns vor ihrer Anwesenheit zu warnen. Sie hätte einige Möglichkeiten gehabt, Paul zu beißen, was sie aber nicht getan hat. Ich hätte sie gerne am Leben gelassen. Sie ist eine so großartige Lehrerin für mich. Aber das kann ich erst jetzt erkennen, nachdem mein Kopf wieder klar und mein Herz weit ist.

In Wahrheit hatte ich keine Angst vor der Schlange, sondern vor den Bildern und Gedanken, die ich über die Schlange hatte. In meinem Kopf sah ich sie nach vorne schnellen und blitzschnell zubeißen und ihr tödliches Gift verspritzen. In mir breitete sich ein Konflikt enormen Ausmaßes an. Doch die Schlange war weder gut noch böse. Nicht sie, sondern ich selbst habe mich in Angst versetzt. Ich war hier die Gefährliche, weil mein Verstand vollkommen außer Rand und Band war Ich habe zugelassen, dass die Schlange getötet wurde. Meine Gedanken über die Schlange waren giftig und tödlich. In diesem Augenblick offenbarte sie mir die unglaubliche Macht meiner Gedanken und Möglichkeiten.

Schlangen sind ein Symbol für die Dualität und Unendlichkeit und spiegeln die Gesetze der Natur wider. Sie können sowohl erschaffen, indem sie sich häuten, als auch mit ihrem Gift töten. Die Klapperschlange hat mich daran erinnert, mein unbegrenztes göttliches Selbst und die damit verbundene Macht zu leben. Es geht darum, mein Gleichgewicht zu wahren, Altes loszulassen. Nicht mehr nach der Anerkennung und Zustimmung anderer zu streben, sondern auch mal „giftig“ zu sein und mich unangenehmen Herausforderungen zu stellen. Schluss mit dem netten Mädchen, was sich klein macht, damit sich andere nicht unwohl fühlen müssen.

Ich werde mich nicht mehr mit Kleinheit zufrieden geben, und stattdessen meine wahre Größe leben. Ich werde das Wunder der Klapperschlange annehmen und mich nicht mehr für die Angst, sondern für die Liebe und damit für noch mehr Glück, Frieden, Reichtum und Erfolg entscheiden. Ich werde noch mehr schreiben und meine Gedanken und Gefühle mit anderen teilen. Ich werde mein nächstes Buch fertig stellen und anderen Frauen helfen, ihr unbegrenztes Potenzial zu leben und ein Leben in Freiheit zu führen. Ich werde in meinem Scheidungsprozess zu mir selbst und dem, was mir zusteht, stehen. Ich werde der Angst davor, als giftig dazustehen, ins Auge sehen und mich zu meiner vollen Größe aufrichten. Angst ist wirklich nichts, Liebe ist alles. Das, was ich glaube, halte ich für wahr, so einfach ist das. Ich werde mich noch mehr in mein wahres Selbst verlieben und meine Talente verwirklichen. Die Klapperschlange tauchte auf, um mich an die fundamentale Wahrheit meines Selbst zu erinnern. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und in Zukunft werde ich mit Liebe, anstatt mit Angst auf Klapperschlangen reagieren.

Dieser Artikel ist der Klapperschlange, ihrem Leben, ihrem Tod und dem Wunder gewidmet, das sie mir geschenkt hat.

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1 Antwort
  1. Patricia
    Patricia says:

    …wunderbarer Artikel! Ich persönlich möchte nicht mehr giftig reagieren, um meine wahre Größe und mein Sein zum Ausdruck zu bringen, da ich das „Gift “ selbst spüre. Ansonsten stimme ich mit dir überein .
    Namaste Liebe!

    Antworten

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